Kreis 4 - ein multikultureller Stadtteil
Seit den 1860er Jahren erfuhr die Gemeinde Aussersihl eine starke Zuwanderung vor allem durch ausländische Arbeitskräfte, insbesondere von Italienern, die im Bau und bei der Eisenbahn tätig waren
Mitte der 1890er Jahre lebten in Zürich Aussersihl 6500 Menschen italienischer Staatsangehörigkeit. Vor dem Ersten Weltkrieg war der Kanton Zürich der ausländerreichste Kanton der Schweiz mit 18,6 % Ausländern auf die Gesamtbevölkerung; allein im Bezirk Zürich zählte man 32,2 % Ausländer; der Anteil im Aussersihl dürfte noch höher gewesen sein.
Der hohe Ausländeranteil hat sich bis heute unter anderem durch das Angebot von relativ günstigen Wohnungen im heutigen Kreis 4 gehalten und liegt mit 41,5 % über dem Stadtzürcher Durchschnitt von 30,5 % (Ende 2010).
In den letzten Jahren zog der günstige Wohnraum und die multikulturelle Vielfalt in den Quartieren vermehrt Studenten, junge Akademiker, Künstler und Galerien an, was den Kreis 4, zusammen mit den Aufwertungsprojekten der Stadt, zunehmend auch für andere Bevölkerungsschichten attraktiver macht. Mit der zunehmenden Beliebtheit stiegen auch die Mieten. Auch ist der Ausländeranteil von 43,6 % im 2002 auf 37,0 % (2018) gesunken.
Die Prägung und die Präsenz der Ausländer im Kreis ist auf verschiedene Weisen spürbar. Es fällt auf, dass viele Läden mit ausländischem Angbot mit ihrer jeweiligen Sprache angeschrieben sind. Beispiele davon sind die Preisschilder oder der Ladenname; z. B. in einem brasilianischem Laden auf portugiesisch. Hin und wieder sind sogar Werbung, beispielsweise auf türkisch, Neben der sprachlichen Vielfalt existieren im Kreis 4 eine grosse Anzahl Supermärkten mit Essen aus fernen Ländern.
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